Sally & Sunny - Was für ein Hundeleben! Golden Retriever Aufzucht und Ausbildung

DIE MACHT DER POSITIVEN GEDANKEN

 

WAS MACHT DEN UNTERSCHIED ?

ODER

DIE MACHT DER POSITIVEN GEDANKEN

 

Ein Ansatz zum besseren Verständnis der TTEAM® - Philosophie

 

 

Harras, der Deutsche Schäferhund, sitzt im Kofferraum des Autos. Er fährt mit Inge, seinem Menschen in Richtung Hundeschule.

Harras fühlt sich heute ein wenig unsicher und er ist unruhig.

Inge öffnet die Tür des Kofferraumes, um Harras anzuleinen und auf den Platz zu bringen. Sie ist offensichtlich auch unruhig heute, denn sie zerrt ihn an Halsband und Leine, benutzt oft Worte wie "Nein" und "Lass das", sie atmet flach und wirkt ein wenig gehetzt.

Ja, sie wirkt auch aggressiv auf Harras, ihre Stimme klingt ärgerlich und gereizt.

Harras fühlt sich durch ihre Unruhe bestätigt und meint, er müsse nun wirklich aufpassen, weil etwas nicht in Ordnung ist.

So bleibt er sehr aufmerksam und gespannt, während Inge ihn zum Platz führt. Er reagiert unruhig auf alles, was in seinem und Inges Umfeld vor sich geht. Einige Male springt er Inge auch an.

 

Inge kommt gerade von der Arbeit, sie hatte einen hektischen Tag und es blieb auch nicht mehr viel Zeit bis zum Beginn der Übungsstunde. Für einen ausgiebigen Spaziergang war die Zeit zu knapp, so hatte sie Harras schnell noch um die Ecke geführt.

Inge hat sich so sehr auf das ruhige Zusammenarbeiten mit Harras gefreut, das wird sie für die Hektik des Tages entlohnen.

Sie versteht nicht, warum Harras heute so unruhig ist - schon beim Einladen in das Auto war ihr seine Unruhe aufgefallen.

Nun zieht Harras in der Leine, obwohl sie ihm schon mindestens fünfmal das Kommando "Fuß" gegeben hat. Das kennt sie gar nicht von ihm, eigentlich kann er sehr schön bei Fuß laufen. Sie ist jetzt wirklich ärgerlich und gibt ihm einen harten Leinenruck. Warum kann er plötzlich nicht mehr vernünftig neben ihr laufen?! Beinahe wäre sie über ihn gefallen beim Winkellaufen! Und das korrekte "Sitz" neben ihr scheint er auch vergessen zu haben. So eine Hampelei! Das nervt!

Die Unruhe, die Inge schon den ganzen Tag in sich hatte, kommt wieder so richtig hoch.

Nun möchte sie sich mit Harras schnell zu ihrer Gruppe begeben, sie sind sowieso schon ein bisschen zu spät.

 

Harras hat noch nicht herausgefunden, was heute so bedrohlich ist auf dem Hundeplatz. Aber er wird es noch herausfinden! Er achtet jetzt wirklich darauf , dass ihm und Inge kein anderer Hund zu nahe kommt, denn Inge signalisiert ihm ja ganz deutlich, dass sie die Situation hier genauso beunruhigend empfindet wie er.

Er möchte eigentlich jetzt lieber vor ihr laufen, damit er die Situation auch wirklich unter Kontrolle hat. Warum hält sie nur die Leine so stramm und kurz? Und diese Leinenrucke bringen ihn aus der Balance, dass alles stört ihn, seine ganze Aufmerksamkeit auf das drohende Unheil zu richten. Nun kommt ihnen auch noch ein anderer Hund sehr nahe!!! Auch seine Atmung wird nun sehr flach und seine ganze Muskulatur ist angespannt.

Inge möchte ihn mit "Fuß" an einem anderen Hund vorbeiführen, sie hält die Leine jetzt sehr stramm - da springt Harras knurrend in die Leine gegen den anderen Hund.

So etwas macht er sonst überhaupt nicht! Inge ist nicht nur sauer, sie ist auch wirklich erschrocken. Mag sein, dass der Leinenruck etwas heftig ausgefallen war, aber warum muß er auch ziehen wie ein Stier? Beinahe wäre sie hingefallen! Was fällt dem Kerl überhaupt ein, gegen einen anderen Hund zu gehen! Wenn er so weitermacht, fliegen sie beide vom Platz! Das ist wirklich absoluter Ungehorsam!

Ärgerlich schlägt Inge ihm mit der Leine über den Rücken - und gleich tut es ihr wieder leid. Am liebsten würde sie weinen.

 

Vorhang.

 

 

 

Asta, die weiße Schäferhündin, sitzt im Kofferraum des Autos. Sie fährt mit Martina, ihrem Menschen, in Richtung Hundeschule.

Asta fühlt sich heute ein wenig unsicher und sie ist unruhig.

Martina kommt gerade von der Arbeit, sie hat sich auf das ruhige Zusammenarbeiten mit ihrer Hündin gefreut - das wird sie für die Hektik des Tages entlohnen.

Sie versteht nicht , warum Asta heute so unruhig ist - schon beim Einladen in das Auto war ihr Astas Unruhe aufgefallen. Sonst springt Asta immer sehr freudig in den Kofferraum.

Auf dem Hundeplatz angekommen, hat sich Astas Unruhe nicht gelegt und so geht Martina auf ihre Hündin ein und ändert ihre Absicht, heute die Übungsstunde in ihrer Gruppe mit zu laufen. Asta wirkt heute unruhig, also ist das eine gute Gelegenheit, ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstdisziplin zu fördern. Martina führt Asta ein bisschen weg von den anderen übenden Mensch-Hundeteams und legt ihr sehr ruhig eine halbe Bandage und ein Kopfhalfter an. Sie sagt ihr, dass sie ruhig stehen bleiben soll und streicht sie mit der Gerte langsam ab bis zu den Pfoten hinunter.

 

Asta hört den klaren und sicheren Ton in Martinas Stimme, sie hört auch das Wort "Steh", das sie kennt. Die halbe Körperbandage und das Abstreichen mit der Gerte helfen ihr, "wieder auf den Boden zu kommen", sie kann tief ausatmen und schaut Martina mit ruhigem, klaren Blick an. Das Kopfhalfter hilft ihr, ihre Balance zu halten. Sie freut sich jetzt auf die gemeinsame Arbeit mit Martina.

 

Martina ändert ihre Absicht nun nochmals: Asta ist zur Ruhe gekommen, sie steht nun ganz ruhig und kann frei umherschauen. Beide gehen entspannt in die Gruppe und erleben noch eine schöne gemeinsame Trainingsstunde. Martina ist glücklich darüber, so einen wunderbaren Hund zu haben.

 

Inge kommt gerade am Hundeplatz vorbei, sie schaut noch ein wenig zu und sagt frustriert: "Wenn ich so einen einfachen Hund hätte wie du ........"

 

 

 

Was ist passiert? Asta ist nicht wirklich ein einfacher Hund und Harras ist nicht wirklich ein schwieriger Hund. Sie sind beide Hunde. Ganz normale.

 

Martina übernahm die Verantwortung für die Situation. Durch die Übernahme der Verantwortung konnte Martina zielgerichtet handeln: sie fand ihren Hund heute anders als sonst und setzte an der Stelle an, wo ihr Hund heute war: nämlich innerlich unruhig.

 

Inge machte Harras verantwortlich. Sie wusste, dass er eigentlich gut "Bei Fuß" laufen kann und warf ihm betroffen und wehleidig vor, dass er es heute nicht für sie tat.

Martina hatte durch die Übernahme der Verantwortung die Möglichkeit, den nächsten Schritt sinnvoll zu planen. Sie hatte die klare Absicht, ihren Hund zu fördern an der Stelle, wo es heute war. Heute stand ein Hund vor ihr, der nicht genügend Selbstvertrauen und Selbstdisziplin hatte, um eben mal in einer Gruppenstunde mitzulaufen. Asta sollte einen weiteren Schritt in diese Richtung machen. Damit war Martina auch der Weg ganz klar : atmen - eine möglichst ruhige, klare und sichere Anweisung - abstreichen, um den Hund zu erden.

 

Inge hatte die Worte "Nein!" und "Lass das!" benutzt. Während sie diese Worte benutzte, hatte sie das Bild des umherzappelnden und ungestüm ziehenden Hundes im Kopf . Harras las diese Bilder in ihrem Kopf und in ihrem Ausdruck, und er fühlte sich bestätigt.

Unser Unbewusstes versteht keine "Verneinung" - probieren Sie es aus:

Stellen Sie sich jetzt bitte keinen Lila Elefanten vor!

Ist er schon da, ja?

Wenn ich Sie jetzt aber auffordere, sich einen roten Bären vorzustellen, kommt der lila Elefant sicherlich nicht auf die Bildfläche.

 

Martina benutzte das Wort "Steh". Während sie "Steh" sagte, hatte sie das Bild eines stehenden Hundes im Kopf, ein sehr klares Bild, vielleicht so ähnlich wie das Standbild eines Hundes.

Asta las dieses Bild in Martinas Kopf und in ihrem Ausdruck und verstand sofort.

 

Linda Tellington-Jones hat in ihrer TTEAM® - Philosophie genau das ausgedrückt, was in und zwischen den Zeilen dieser kleinen Geschichte zu lesen ist:

 

 

 

Dazu gehört, dass wir die Verantwortung übernehmen und das fällt uns oft schwer. Wir sind schnell geneigt, unserem Hund die Schuld zuzuweisen, wenn eine Situation nicht gut bewältigt wurde.

In der TTEAM® - Arbeit haben wir viele Möglichkeiten, die uns helfen, Verantwortung übernehmen zu lernen.

 

TTEAM® bedeutet auch, mit der Kraft von positiven Gedanken zu arbeiten. So können wir unsere Hunde sinnvoll unterstützen und ihnen starke Partner sein.

Auf TTEAM® - Kursen lernen die Teilnehmer, klare positive Absichten zu haben, wenn sie mit ihren Hunden arbeiten.

Eine wunderbare Hilfestellung dazu ist die Führposition der "Brieftaube". In dieser Führposition führen zwei Menschen einen Hund, und sie müssen sich sehr klar verständigen über ihre Absicht. Das Formulieren der Absicht gegenüber dem zweiten Menschen führt von selbst zu mehr Klarheit.

Ein weiterer Aspekt, den Linda Tellington-Jones immer wieder betont, ist das Abholen des Hundes dort, wo er sich gerade emotional befindet. Damit überfordern wir unseren Hund nicht und gehen immer wieder neu auf seinen individuellen Lernprozess ein.

In Lerneinheiten ohne Stress, Angst und Schmerz kann jedes Lebewesen besser und schneller lernen.

 

Auch Achtsamkeit und Respekt im Umgang mit den Hunden sind wichtige Grundlagen aus der TTEAM® - Arbeit , die Vertrauen schaffen und die Beziehung zwischen den Menschen und ihren Hunden vertiefen.

 

Das sind einige der Erklärungen, warum es in der TTEAM® - Arbeit möglich ist, gewaltfrei mit dem Hund umzugehen.

 

 

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